Ich gehörte ursprünglich zu der „Kinder?-Niemals!-Fraktion“, was sich aber mit dem Kennenlernen meines Mannes schlagartig änderte. Ich wusste sofort, dass dieser Mann der Vater meiner Kinder wird. Und so fieberte ich 3,5 Jahre später auf dem Badewannenrand sitzend dem Ergebnis des ersten Schwangerschaftstests entgegen. Ich linste mit einem Auge auf den Teststreifen. Zwei Linien. Schwanger. Ich hielt mir mit meinen Händen den Mund zu, um einen keiner Emotion zuzuordnenen Schrei zu unterdrücken. Es folgten noch zwei weitere Tests, die ebenfalls zwei Linien zeigten. Huiiii… Na, dann wollen wir mal die Katze aus dem Sack lassen. Mein Mann spielte nichtsahnend Playstation in seinem Spielzimmer. Geplant war diese Schwangerschaft zwar, aber nicht für jetzt. 2 Jahre später wäre perfekt gewesen. Jetzt gerade nicht so: Mein Arbeitsvertrag lief gerade aus. Mein Mann befand sich mitten im Studium. Wie wird er also reagieren? Vom Elternsein träumen ist ja immer noch einfacher, als tatsächlich Eltern werden.

Plötzlich ging mir die Muffe.

Haben wir genug Zeit zu zweit verbracht?

Haben wir genug erlebt?

Haben wir die finanziellen Mittel?

Haben wir genug Spaß gehabt?

Was wird sich ändern und wie werde ich mich verändern?

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Mit nun doch recht gemischten Gefühlen berichtete ich ihm von meinem Umstand. Mein normalerweise recht cooler und schlagfertiger Mann, war plötzlich sprachlos. Er brachte ein „Oh“ hervor. Ich vermute, dass ihm genau die selben Fragen durch den Kopf gingen. Es folgte eine freudige Umarmung und im Anschluss ein ernstes Gespräch mit dem Fazit: Wir sind schwanger – Wir bekommen ein Baby! Und meine Fragen wurden zum Selbstläufer…

Die Schwangerschaft verlief beinahe komplikationslos, die Geburt war mega ätzend, aber das Gefühl des Elternseins unbeschreiblich! Gerade die ersten gemeinsamen Tage waren traumhaft. Somit war meine Frage, ob wir genügend Zeit zu zweit verbracht hatten, überflüssig. Zu dritt war es nämlich viel besser. Irgendwie runder.

Klar, verreist es sich zu zweit entspannter, unkomplizierter und günstiger. Man erlebt sicherlich auch mehr, wenn man ungebunden unterwegs ist. Aber ist es nicht viel schöner, diese kleinen interessierten Kulleräuglein mit dabei zu haben? Definitiv! Natürlich kann ein Urlaub mit Kind auch mega anstrengend werden, aber hey: Urlaub is‘ nur einmal im Jahr!

Bestimmt ist ein Kind nicht kostenlos. Gerade wenn sie älter werden und Ansprüche haben, spielt Geld eine große Rolle. Aber deswegen die Schwangerschaft zu beenden, kam uns nicht in den Sinn. Getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ wollten wir das stemmen und tun es noch immer. Sparsam lebt es sich nämlich nicht schlechter, sondern viel bewusster!

Spaß… oh, was hatten wir Spaß allein. Wir sind uns so ähnlich: Ein richtig chaotisches Dreamteam und haben immer viel gelacht. Jetzt, wo unser Leben von dem kleinen Windelpuper bereichert wird, macht er unser Gespann komplett und wir könnten vor Freude und positiver Energie platzen. Wenn es irgendwann laut knallt, wird es sich um unsere Nummer 2 handeln.

Und was hat sich nun verändert? Naja, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Der neue Alltag hat mich den alten irgendwie vergessen lassen, da es sich aktuell einfach gut anfühlt. Es gibt rein garnichts, was ich vermisse.

Mit mir selbst bin ich im Einklang. Es gibt nichts, was ich hätte anders machen wollen. Ich bin noch immer die sturköpfige, Heavy Metal hörende, dennoch weichgespülte, mitfühlende, für jeden Spaß zu habende, nicht irgendwelchen Trends hinterherrennende, familiäre Stefanie. Und das ist gut so. Hihi.

 

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